Die Ölmalerei gilt als klassische
Königsdisziplin der Kunst und bezeichnet
eine seit dem 14. Jahrhundert
angewendete Maltechnik, bei der die
Pigmente durch trocknende Öle gebunden
werden. Die Trocknung ist ein Oxidationsprozess, der
sich über mehrere Tage bis Wochen erstrecken kann. Ölfarbe ist stabil und gleichzeitig geschmeidig. Da der Unterschied zwischen nasser
und getrockneter Farbe bei Ölfarben sehr gering ist, eignen sie sich besonders für
naturgetreue Darstellungen. Verbindung und Verschmelzung der Farbtöne ist sehr leicht
zu erreichen und erlaubt Nass-in-Nass-Korrekturen, ein Neben- und Übereinandersetzen
von Pinselstrichen und das deckende Übermalen von nicht gelungenen Stellen. Von
großer Bedeutung ist bei der Ölmalerei der Malgrund, meist eine grundierte Leinwand. Auch hier gilt die
bekannte Ölmalregel „Fett über mager“. Die unteren Schichten
werden farbkörperreich und bindemittelarm aufgetragen, damit sie zügig und gut trocknen.
Die Ölfarbe kann mit Terpentin verdünnt als feine Lasur oder als Impasto aufgetragen werden.
Bei der Bildgestaltung arbeitet man am Besten von dunkel nach hell und setzt
Licht- und Schatteneffekte ganz zum Schluss. Öl und Bindemittel sollten sparsam verwendet
werden, da die unteren Farbschichten fester werden müssen als die oberen.